Olfaktometrie

Olfaktometer

"Den Geruch in Zahlen fassen:"

Anders als bei der messtechnischen Bestimmung von Stoffkonzentrationen, die i.d.R. durch elektronische Sensoren aufgezeichnet werden, ist bei der Bestimmung der Geruchsstärke der Einsatz der menschlichen Nase unverzichtbar. Um den „Geruch in Zahlen“ zu fassen, wird die dynamische Olfaktometrie nach DIN EN 13725 in Verbindung mit den VDI-Richtlinien 3882 Blatt 1 und 2 angewendet.

 

Der Ablauf:

Bei der dynamischen Olfaktometrie werden den Prüfern die Geruchsproben dargeboten. Die Konzentration der Probe ist zunächst sehr stark verdünnt und wird dann stufenweise erhöht, bis die Prüfer eine Veränderung des Geruchs wahrgenommen haben. Durch drücken eines Tasters am Gerät wird damit das derzeitige Verdünnungsverhältnis (Probe: Neutralluft) bei der Wahrnehmungsschwelle quittiert. Durch Rückrechnung mit dem Verdünnungsfaktor kann somit auf die Geruchsstoffkonzentration in GE/m³ der unverdünnten Probe geschlossen werden.

Die Einheit [GE/m³]

Die Kenngröße für Geuch ist ein Summenparameter der die Gesamtheit aller "riechbaren" Stoffe in einer Geruchsprobe wiedergibt. Die Angabe in Geruchseinheiten (GE/m³) ist dabei immer ein Vielfaches der Europäischen-Referenz Geruchsmasse (EROM). Ein EROM ist definiert als 123 µg n-Butanol pro Kubikmeter Luft.

D.h.: Die Geruchsstärke, die von 123 µg n-Butanol in 1 m³ Luft verursacht wird, entspricht 1 GE.

 

Fahnen-Begehung

"Den Wind mit der Nase fangen:"

Fahnenbegehungen werden durchgeführt, um besonders messtechnisch schlecht zu erfassende diffuse Quellen einer Anlage zu ermitteln.

Die Geruchsemissionen einer bzw. mehrere Quellen werden durch Transmission in die Umgebung eingetragen und  sich mit der Windrichtung aus. Je nach Wetterbedingungen und Geruchsintensität ist der Geruch nach einiger Entfernung durch Verdünnungs-Effekte dann nicht mehr wahrnehmbar. 

Zur Erfassung, in welcher Breite und welcher Entfernung sich die sogenannte Geruchsfahne ausdehnt, werden Fahnenbegehungen nach DIN EN 16841-2 angewendet. Mehrere Prüfer (i.d.R. fünf) stellen sich dazu im Lee der Anlage (mit der Windrichtung) in Reihen auf (statische Fahnenbegehung), bzw. Durchlaufen die Geruchs-Fahne (dynamische Fahnenbegehung) im umliegenden Gelände und dokumentieren dann zeitgleich ihre Geruchseindrücke. Nebenher werden Wind-richtung und Geschwindigkeit, sowie Turbulenz und Ausbreitungsklasse von einer in der Nähe aufgestellten Wetter-Station (Ultraschall-Anemometer) aufgezeichnet.

Olfaktometer

Raster-Begehung

"Ein ganzes Jahr der Gerüche:"

Die Bestimmung von Geruchsstoffimmissionen nach DIN  16841 – 1 erfolgt z.B. durch die Rasterbegehung. Hiermit kann das Auftreten eines Anlagengeruches oder auch mehrerer verschiedener Anlagengerüche untersucht werden.

Dabei wird ein zu untersuchendes Gebiet in mehrere Beurteilungsflächen aufgeteilt. An den jeweiligen Eck-Punkten dieser Rasterflächen (Messpunkten) wird über einen Zeitraum von üblicherweise 12 Monaten das Auftreten von Gerüchen bestimmt. Dazu werden getestete Probanden eingesetzt, die den Geruch an den vorher festgelegten Messpunkten (Standorten in der Umgebung) und festgelegten Messzeiten bewerten. Dabei werden die Begehungszeiten so gewählt, dass alle Jahres- und Tageszeiten über ein Jahr hinweg repräsentativ abgedeckt sind.

Zeitgleich erfolgt die Aufzeichnung der örtlichen Wetterbedingungen (Windrichtung, Turbulenz und Winsstärke) durch eine dafür aufgestellte Wetterstation über das Begehungs-Jahr hinweg.

 

Olfaktometer